Goodbye ICE


Zwei Monate lang fuhr ich jeden Morgen mit dem ICE zur Arbeit. Tag ein, Tag aus die gleiche Strecke mit dem “gleichen” Zug.
Man wusste mittlerweile ganz genau, wo man sich auf dem Bahnsteig hinstellen musste, damit genau die Zugtür vor einem zum Stehen kommt, über die man dann in Darmstadt den Zug am schnellsten und in der Nähe der Bahnhofstreppe verlassen konnte.
Man wusste, welche Schaffner (denn auch die wiederholen sich) nett und freundlich sind und bei welchen man nicht unbedingt die Fahrkarte zeigen muss.
Man wusste, welche Leute ebenfalls pendeln und beim Einsteigen trotzdem ein bisschen hektischer sind.

Solch perfektioniertes Bahnreisen (der ICE war auch nicht ein einziges Mal merklich zu spät) sorgt irgendwie für ein gewisses Heimatgefühl.
Es ist einfach entspannter so zur Arbeit zu fahren und das liegt nicht nur daran, dass der ICE schneller und ruhiger ist und die bequemeren Sitze hat.

Doch damit ist es nun vorbei. Nach zwei Monaten engbegrenztem Fahren mit dem Deutschlandpass verzichte ich im September auf diesen Luxus und habe mir nur eine Karte für den Regionalverkehr gekauft. Den Deutschlandpass gibt es im September nämlich nicht mehr und eine Monatskarte Mannheim-Darmstadt inklusive ICE wäre sogar teurer als der Deutschlandpass. Bei einem einzigen ICE pro Tag ist das meiner Meinung nach ein bisschen teuer.

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